Welche Weiterbildung passt zu mir?

In Deutschland gibt es mehrere Millionen Kurse für berufliche Weiterbildungen jeder Art – wie kann ich mich in diesem Angebot richtig entscheiden?

Nach der ersten wichtigen Entscheidung dafür, dass du eine Weiterbildung starten möchtest, ist es essentiell, deinen derzeitigen Wissensstand ehrlich unter die Lupe zu nehmen, um dann das Thema, in dem du Weiterbildungsbedarf erkannt hast, akkurat zu definieren.

Ebenso bedeutend ist es, die Art und Weise der Weiterbildung einzugrenzen:
– Liest du lieber in Präsenzkursen oder Onlinekursen?
– Wie viel Zeit hast du tatsächlich?
– Welches Budget steht dir realistisch gesehen zur Verfügung?

Liegt in der Kürze die Würze?

Überlege, ob du die Fortbildung als zusätzliche Qualifikation in deinem derzeitigen Beruf in deinem aktuellen Unternehmen projektbezogen benötigst oder ob du dich gedanklich für einen Unternehmenswechsel vorbereitest und deine Fühler in anderen Firmen ausstrecken möchtest. Handelt es sich nur um eine Auffrischung von Wissen, das du alltäglich in deinem Beruf anwendest, so kannst du dir das benötigte Wissen in einem kurzen Lehrgang oder Seminar aneignen, vielleicht sogar firmenintern, falls diese Möglichkeit angeboten wird.

Planst du nach Elternzeit oder Arbeitslosigkeit den Wiedereinstieg? Auch in diesem Fall ist es sinnvoll mit einer thematisch passenden Auffrischung zu beginnen.

Geht es jedoch um ein komplett neues Thema, das du für deinen derzeitigen Beruf benötigst, oder als Vorbereitung für einen Aufstieg in der gleichen Abteilung, so ist der Informationsbedarf natürlich sehr viel größer und bedarf einer ausgiebigen Schulung oder längerer Weiterbildung.

Evaluiere den Bedarf und die Ausgangslage

Eine realistische Bestandsaufnahme ist ausschlaggebend für den erfolgreichen Verlauf jeglicher Weiterbildungsmaßnahme. Kursdatenbanken bieten entsprechende Tests an, um die Auswahl in die passende Richtung zu lenken. Gute Seminar- und Kursanbieter führen ebenfalls Tests zum Einstieg in die Ausbildung an, um den Unterricht persönlicher auf die Bedürfnisse anzupassen und die Fortschritte passend darstellen zu können.

Sei ehrlich mit dir selbst, definiere deine Stärken und Schwächen: welche Fähigkeiten bedürfen am dringendsten Verbesserungen, in welchen Bereichen weist du Defizite auf, an denen du arbeiten möchtest oder müsstest? Wichtig außerdem: erfüllst du die Voraussetzungen für die angestrebte Ausbildung? Manche Weiterbildungen erfordern eine mehrjährige Berufserfahrung in einem bestimmten Bereich, andere sind auch Quereinsteigern geöffnet.

Entscheide dich für die richtige Form

Als nächstes muss die radikale Entscheidung getroffen werden, ob du die Selbstdisziplin für ein komplettes Fernstudium aufbringen kannst und dir deinen Zeitplan auch vollständig von zu Hause aus gut aufbauen könntest, oder ob du mit Präsenzkursen eher Fortschritt sehen kannst, da du den direkten Austausch mit Kommilitonen und Lehrenden bevorzugst.

Bei vielen Weiterbildungen gibt es auch die Möglichkeit des Blended Learning, das heißt dass Onlinekurse durch Präsenzphasen komplementiert werden, und umgekehrt.

  • Fernschulen bieten Kurse zu berufsbezogenen Qualifikationen und benötigte Abschlüsse zum Hochschulzugang an (für Studierende ohne Abitur).
  • Fernhochschulen wiederum richten sich an Berufstätige, die sich neben dem Beruf entweder durch ein Bachelorstudium oder zum Beispiel einen MBA weiterbilden möchten.
  • Das Abendstudium ist eine dritte Alternative, die aber meistens komplett als Präsenzstudium angeboten wird, mit Vorlesungen an zwei Abenden an Wochentagen oder am Wochenende.

Rechne vor Kursbeginn realistisch aus, wie viel Zeit du neben deinem Beruf und anderen privaten und familiären Verpflichtungen wöchentlich wirklich für die Weiterbildung investieren kannst. Setze dir zudem dein verfügbares Budget im Voraus fest und fixiere den Betrag mit dem Kursanbieter.

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